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Anfang Februar und immer noch kein "richtiger" Winter in Sicht. Frau Farn erlebt die milden Temperaturen mit sehr gemischten Gefühlen. Einerseits versetzt jeder Sonnenstrahl sie in Frühlingsstimmung und das ist erstmal nur angenehm.

 

Andererseits sorgt sie sich um all das Leben um sie herum, welches mehr als irritiert, ja aus dem Takt gebracht, scheint. Dann fragt sie sich, wie viele Mücken es wohl im Sommer geben wird oder was die Bienen an nektar finden könnten, wenn sie in diesen Tagen -viel zu früh-  aufwachen. Und das sind ja nur zwei kleine Beispiele. Über Australien fängt Frau Farn jetzt besser nicht an zu sinnieren... zu traurig ist das alles.


Ja ist es denn schon Frühling ?!


Das farnland bereitet sich auf den Vorfrühling vor.

Zwei Blaumeisen inspizieren eine an der Wand angebrachte Nisthilfe. Höchste Zeit die anderen Nistgelegenheiten umzuhängen. Für die Kätzchen unerreichbar.

Beim Säubern der Kästen hat Frau Farn zwei wunderhübsche alte Nester herausgeholt.

 

Ganz wie die Vögel sammelt auch Frau Farn derzeit Moos aus dem Rasen. Sie dekoriert damit mal wieder ein paar Töpfe. Und auch als Mulchschicht unter Waldpflanzen und jenen, die es gern ein bisschen saurer mögen, ist Moos gut geeignet. Das hat so was Märchenhaftes, findet Frau Farn.

Und gedeiht hier äußerst üppig :) Besonders jetzt, wo es so kühl und feucht ist,  nur wenig Sonne das Farnland erreicht. Neben dem Moos, das im Rasen wächst und von eher lockerer Form ist, gibt es hier noch jenes, welches wesentlich kompakter auf einigen Mauersimsen und Dachpfannen spriesst. sie bilden kleine kissen, die dann und wann herunterfallen. Frau Farn hebt die grünen Bobbels liebevoll auf und drapiert sie dekorativ in  einem Blumentopf oder auf einem Stück Totholz..

Das Moos, welches in den kleinen Senken der asphaltierten parkplatzfläche wächst, stellt die Lebensgrundlage für andere Pflanzen dar, die sich zunehmend ansiedeln - wilde Kamille zum Beispiel. immer mehr kleine Blühinseln entstehen auf der zuvor eher trostlosen Fläche.

So schön, mitzuerleben!

Frau Farn baut weiterhin mit den gehortelten Ziegelsteinen allerlei Mäuerchen und erhöhte Beete. Sie hat ein paar Kaltkeimer ausgesät und noch einige Blumenzwiebeln gesetzt.

Die Pastinaken sind inzwischen geerntet. Der Anbau im Hochbeet hat ihnen offenkundig gefallen - so schöne und leckere Wurzeln sind es geworden!

Frisch aus dem Garten gibt es jetzt sonst noch Mangold, vereinzelte Grün-und Palmkohlblätter, Postelein, Hirschhornwegerich und Löffelkraut. Und die eingelagerten Topinamburknollen. Immerhin :)

 

Auch das bestellte Saatgut ist nun da und der Großteil ihrer Aussaat-und Beetplanung ist abgeschlossen. Neben vielen altbewährten Lieblingen sind auch wieder einige ihr bis dato unbekannten Sorten dabei, auf die sie sehr gespannt ist. Bald werden die ersten Chilis ausgesät. Und die Dicken Bohnen!

 

Dieses Jahr ist vorgesehen zwei bisherige Gemüseflächen aufzugeben.

Gemüse gibt´s ja nun en masse vom Lindenhof. Hier sollen dann stattdessen mehr Blumen und Kräutern wachsen, die Frau Farns Augen und Nase schmeicheln und Insekten viel Nahrung bieten.

Frau Farn plant außerdem die Pergola auf der Terasse zu erneuern und mit Kletterpflanzen zu begrünen. Auch für die Stangen-und Spaghettibohnen hat sie sich eine neue Rankkonstrunktion überlegt.

 

Wehmütig schaut sie immer wieder die Samentütchen, Listen und Pläne durch. Es ist die Sehnsucht nach Frühling, die ihr ins Ohr flüstert. Frau Farn ermahnt sich selbst zu mehr Geduld. Auch wenn die milden Temperaturen noch so verlockend sind, zügelt sie sich.

Die Hühnerdamen scheinen ebenfalls nach Sonne zu dürsten.

Seit der Nachschub an trockenem Herbstlaub verebbt ist, ist es auch im Hühnergehege ziemlich matschig. Um so mehr genießen die vier ihren täglichen Ausflug in den Garten. Zielsicher steuern sie die derzeit einzige dauerhaft trockene Stelle an. dort, wo der Bambus weit überhängt, haben sie inzwischen eine Kuhle angelegt, pefekt für ihr geliebtes Staubbad.

 

Sobald die Hühner unterwegs sind, erkunden Wildvögel -und manchmal eine kleine Maus- das Gehege nach möglichen Futterresten. Frau Farn schaut ihnen nur allzu gerne dabei zu.

Wann immer das Wetter es erlaubt ist sie also draussen. ABer auch vom Fenster aus gibt es viel zu sehen, wenngleich Grünfink, Wintergoldhähnchen und Dompfaff bislang nicht wieder aufgetaucht sind. Leider. Definitiv weniger Vögel insgesamt.


Gibt es eigentlich ein Jahresfazit ?


Frau Farn sinnt über das letzte Jahr nach, was ist gut gediehen und was weniger? Was hat sie gelernt, Neues erfahren?

 

Alles in allem hat sie wohl ab der zweiten Jahreshälfte ihre ursprünglichen Pläne ziemlich vernachlässigt, weil sich das Leben derweil überschlagen hat.

So unfassbar schnell ging alles im Endeffekt.

Irgendwie immer noch unglaublich und zugleich auch so ganz natürlich.

 

Erntemässig fing das Jahr sehr gut an, der Salat ist Frau Farn sogar über den Kopf gewachsen: so viel war es diesmal. Die gelben Blüten waren dann bei den Bienen äüßerst willkommen. Und wer weiß, vielleicht hat er sich auch hier und da ausgesät? Es bleibt spannend. Gut gewachsen sind Rote Bete und Pastinaken.

Obst und Nüsse gab es ebenfalls reichlich. Etwas bescheidener sah es hingegen dieses Mal bei Zucchini, Tomaten und Bohnen aus. Einen handfesten Grund dafür kann Frau Farn allerdings nicht ausmachen.

 

Und die Blumen! Frau Farn hat viele neue wunderbare Arten entdeckt.

Und sich ausgiebig mit dem Sammeln von Saatgut beschäftigt.

Viel Neues ist enstanden, Strukturen und Pflanzplätze, die zusammen einen neuen Lebensraum bieten.

 

Aufzuzählen, was sie gelernt hat? Schwer, auch wenn ihr spontan schon einiges einfällt. Einerseits ist da das theoretische Wissen, welches sie aus Seminaren, Büchern, Videos zieht. Das ist aber nur der erste Schritt, denn jeder Garten, jedes Stück Land ist anders, auf seine Weise einzigartig. So viele Faktoren spielen zusammen und die gilt es zu wahrzunehmen und zu beobachten. Daraus kann man dann erst allmälich wirklich lernen. Eigene Erfahrungen lassen sich kaum verallgemeinern und so muss jeder selbst diesen Prozess des Schauens, Erlebens und Probierens durchschreiten, um "seinen" Garten ein wenig besser zu verstehen. Das braucht Zeit. Meint Frau Farn jedenfalls.

 

Deshalb will sie keine  "so funktioniert Gärtnern"-Anleitungen in die Welt schleudern. Sondern nur erzählen vom Farnland. Seinen Zauber ein wenig festhalten.

 

Wenn Frau Farn in diesen Tagen durch den Garten wandelt, ist sie ganz betört, wie alles zunehmend harmonischer wird, sachte ineinander übergeht, organisch zusammenwächst. Selbst zu dieser jahreszeit. Wie ein innerliches Kribbeln weitet sich die Ahnung des kommenden Frühlings aus.

 

Wie viele Blumenzwiebeln hat sie nochmal gepflanzt? Insgesamt sicher an die 800. Das wird ein Fest.


mehr in Kreisläufen denken...


Bis es soweit ist kann Frau Farn noch an ihrer eigenen Kreislaufwirtschaft tüfteln. Zum beispiel wo die neuen (gebrauchten) Regentonnen am sinnvollsten aufgestellt werden. Es ist anzunehmen, dass die letzten beiden Sommer keine Einzelfälle waren und wir auch künftig mit Trockenheit rechnen müssen. Da ist Wassermanagement ein wichtiges Thema. Das augefangene Wasser wird im Winter übrigens für die Toilettenspülung genutzt. Im Sommer kommt es vor allem den Topfpflanzen zugute.

 

Mehrere zusätzliche Kompostsammelflächen hat sie ja bereits letztes Jahr angelegt. Da die Zersetzung aber ein Weilchen dauert (vor allem beim Laubkompost), werden wohl noch ein, zwei dazukommen. Kompost kann Frau Farn eigentlich nie zu viel haben :)

 

Die Müllreduktion ist weiter im Bearbeitungsmodus. Obwohl Frau Farn schon so Einiges ausprobiert und in ihrem täglichen Leben umgestellt hat (Dazu ließe sich auch ein eigener Beitrag verfassen), ist Der status quo defintiv noch nicht befriedigend.

Der sich im Aufbau befindliche Unverpacktladen auf dem Lindenhof wird Vieles einfacher machen. Aber es geht ja um weitaus mehr als eine bloße Änderung des Konsumverhaltens.

 

Damit ist Frau Farn auch wieder beim Upcycling (hier geht´s zur aktualisierten Bildergalerie). Etwas, was sie nach wie vor begeistert.

Eben erst hat sie Magnete mit Kronkorken gebastelt, T-Shirt-Garn hergestellt, aus Wollresten kleine Makramee-Blumenampeln und aus Weinkorken Pflanzenschildchen gefertigt. Auch im Tetrapack-Nähen versucht sie sich.

Die Wintertage sind also gut gefüllt.

 

Ein paar ihrer Kreationen bietet sie demnächst wohl auch zum Tausch oder Verkauf an :) Selbst gesammeltes Saatgut und einige Pflänzchen übrigens auch. Eine liste ihrer liebevoll eingetüteten Samen gibt´s im nächsten Blog.


Gemüsebau im Fokus


Gedanklich ist Frau Farn viel mit dem Acker beschäftigt, den sie demnächst betreut.

 

Sie malt schonmal ein imaginäres Bild, wie es dort in drei-vier-fünf Jahren aussehen könnte. Dabei ist ihr die hohe Komplexität und der Arbeitsaufwand dieses Unterfangens durchaus bewusst. Und doch lässt sie sich nicht entmutigen.

Andernorts geht es ja auch (z.B. in den jardins de la grelinette... der Ridgedale farm oder Bec Hellouin)...

Es gibt viel zu lernen. Es wird Misserfolge geben. Deswegen werden es kleine Schritte sein. doch die Richtung, die sie gehen will, nimmt zunehmend gestalt an.

 

sie saugt erstmal alles in sich auf, was sie zum Thema market gardening / Permakultur/ regenerative Landwirtschaft findet. Fachbücher sind größtenteils leider noch nicht ins Deutsche übersetzt.

Viele Anregungen gibt´s bei Youtube - zahlreiche wirklich hilfreiche Videos, die auch Mut machen, weil sie zeigen, was möglich ist. Und es ist so schön, Menschen mit einer ähnlichen Motivation und Begeisterung zu sehen!

Heute Früh hat Frau Farn sich ein kurzes Gartenvideo aus dem letzten Sommer angesehen... und war völlig überwältigt. Weder ihre Erinnerungen noch die gemachten Photos bringen die Fülle so gut rüber wie ein bewegtes Bild.

Das muss sie eindeutig regelmäßiger machen, um die Veränderungen im Farnland festzuhalten.

 

 

Soweit für heute von hier.

Im nächsten Beitrag gibt´s bestimmt schon ein paar frühlingshaftere Bilder aus dem Farnland. Die Tage werden länger :) Bis dahin... genießen wir die Vorfreude!

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