Wurzelhosen und Häkelmania

Geschafft! Nachdem die Wintersonnenwende hinter uns liegt, werden die Tage endlich wieder länger. dieses bedeutende Ereignis wäre diesmal fast an Frau Farn vorbeigegangen. Wie kann das?

 

Nun, zum einen ist es gerade vergleichsweise mild.

Man könnte sich fast im Frühling wähnen...

Dank des neuen Jobs ist Frau Farn jetzt noch mehr an der frischen Luft, so dass sie beinahe jeden der derzeit so raren Sonnenstrahlen aufsaugen kann.

 

Zum anderen überschlägt Frau Farn sich momentan vor kreativen Einfällen.

 

Daher ist die diesjährige Winterstimmung (bislang) auch nicht so trist wie sonst.


Auf den ersten Blick scheint das Farnland zu schlummern, doch sobald man ein paar Blätter beiseite räumt, findet man Leben. Die Blauglöckchen schieben ihre Blattspitzen bereits durch die Erde.

den Boden betrachtet Frau Farn neuerdings mit noch wacheren, feinfühligeren Augen. Ob das an dem Seminar liegt, welches sie kürzlich besuchen durfte?

Sie musste jedenfalls daran denken als sie bei der Erdmandelernte an den weit verzweigten feinen Wurzelgeflechten Erde hat haften sehen. Wurzelhosen nennt man dieses Phänomen :)

Und Wurzelhosen sind ein INdikator für eine gute Bodenbiologie.

Genauso wie die verschiedenen Pilze, die hier überall gedeihen.

 

Fau Farn hat das trockene Wetter genutzt, um den Kompost umzuschichten.

Über die tolle struktur -zumeist schön feinkrümelig- freut sie sich. Auch die Farbe ist gut: dunkel. Nächstes Frühjahr kommt er dann auf die Beete.

Im Dezember wäre wohl normalerweise nicht viel Aktivität in einem (kalten) Kompost zu erwarten, aber es wimmelte nur so, lauter Regenwürmern.

Zum Schutz vor zu viel Regen (und Auswaschung der Nährstoffe) hat der Kompost auch ein kleines Dach erhalten.

Die zweite Kammer ist nun leer, bereit zum frischen befüllen.

 

Frau Farns Blick schweift durch den Garten und bleibt wie immer an den federartigen flauschigen Samenbüscheln der wilden Clematis hängen. Der Platz, an dem sie wächst, ist wie geschaffen für sie. Frau Farn hat sie an einem lockeren aus Ästen geschwungenen Torbogen zum kleinen Gartenschuppen gelenkt.

 

Frau Farn freut sich über die wenigen aber umso wertvolleren Blüten

(die Christrosen sind ein echter Lichtblick gerade), über die Knospen und Keimlinge, die schon zaghaft wachsen, über das Leben an sich und das,

was bald beginnt:

der Frühling, die neue Saison, die natürlich noch üppiger wird

und ihren neuen Job, der dann wirklich losgeht.

Ideen hat sie viele.

Fragen auch. Aber keine wirklich sorgenvollen, eher neugierig gespannte.

 

Im garten warten noch ein paar rote Bete, Mangold, Pastinaken und Topinambur darauf, geerntet zu werden. Grün-und Palmkohl sind diesmal nicht wirklich groß geworden. Dafür spriesst an den verschiedensten Stellen leckerer postelein. Der ist gerade in der kargen Zeit eine willkommene Abwechslung.

Und zum Glück gibt es ja noch die Sprossenzucht im Haus, die ebenfalls etwas grüne Frische und viele Vitamine bringt.

 

 

 

 

Alle paar Tage kann Frau Farn eine oder zwei reife Chilis pflücken.

Das ist toll, gerade jetzt im Winter.

 

Vor den ersten Nachtfrösten hat sie ihre Pflanzen alle ins Haus geholt. An einem hellen kühlen Platz überleben die meisten von ihnen.

manche bilden auch permanent neue Blüten. Als Bestäubungshilfe -Insekten fehlen ja jetzt- kann man die Pflanze

ab und an vorsichtig etwas schütteln.

 

Frau Farn ist dazu übergegangen,

die gepflückten Chilis einzufrieren,

wenn sie nicht zeitnah verwendet werden

- so behalten sie mehr Farbe

& eine größere Aromenvielfalt

als im getrockneten Zustand.

Frau Farn öffnet das Tor des Hühnergeheges, um den Damen ihren täglichen Freigang zu ermöglichen. Die warten schon ungeduldig und drängeln sich aufgeregt hinter dem Tor.

 

Die Kohlpflanzen hat Frau Farn mit einem Netz abgedeckt, sonst haben

die Ladies im Winter freien Zugang zu allen Beeten und genießen es sichtlich. Beim Scharren spüren sie Schneckeneier und Haselnussbohrerlarven auf, der unterwegs verteilte Dung ist auch gut. 

 

Langsam schlendert Frau Farn Richtung Haus, bleibt unterwegs immer wieder stehen und schaut sich alles genau an: da, doch noch ein paar Calendula, die tapfer dem Winter trotzen. Und da: der Ananassalbei ist ganz kurz davor, seine Blüten zu öffnen, man sieht das leuchtende Rot schon ganz deutlich.

Ein Moment großer Vorfreude.

 

Im Haus warten drei hungrige Katzen.

Sie haben die Farn-Herzen im Nu erobert und sind nun fester Familienbestandteil. Besonders die beiden Kleinen -die schon gar nicht mehr soo klein sind- haben Spaß daran, dass gerade an verschiedenen Stellen im Haus Mini-Wollberge heranwachsen.

Frau Farn hat das Häkeln mal wieder als vorzügliche Winteraktivität erkoren. Und die Nähmaschine hervorgekramt, um aus Woll - und Stoffresten etwas Hübsches und zugleich Nützliches zaubern.

 

Momentan häkelt und näht sie an Zero Waste Utensilien wie Abschminkpads und Seifensäckchen. Weil sie nur selten die Maschen zählt und keinen konkreten Entwurf verfolgt, enstehen manchmal lustige Muster oder Formen. So wird immer mal wieder ein Pad unbeabsichtigt zu einer kleinen Zipfelmütze, Glocke oder auch zu einem Eierwärmer. Diese spontanen Mutationen haben Charme, schmunzelt Frau Farn.

 

Demnächst will sie sich noch an anderen Materialien versuchen, zB Jute -oder Hanfgarn, welches im Garten seinen Dienst bereits getan hat und sonst entsorgt werden würde.

 

Die passen auch gut zu den selbstgemachten bunten Knetseifen.

Eine nette Verschenkidee findet Frau Farn.

Wie üblich ist sie gleich in eine Serienproduktion übergegangen. Wenn sie so weitermacht, denkt Frau Farn vermutlich mal über eine Verkaufsoption nach ;)

Nach den Feiertagen will Frau Farn ein Jahresresüme ziehen und sich mit ihrer Anbauplanung beschäftigen.

Sie hat sich vorgenommen, sich im nächsten Jahr bewusst zu limitieren. und schon festgestellt, wie schwer sie sich damit tut. All das tolle Saatgut,

das nur darauf wartet, zum Leben zu erwachen...

Aber sie wird weniger Zeit haben als zuletzt, um all ihre Zöglinge zu versorgen und wohin sollen die überhaupt alle? Das Farnland dehnt sich ja (leider) nicht ins Unendliche aus. 

 

Fragen über Fragen, mit denen Frau Farn sich nur allzu gern beschäftigt.

Wahrscheinlich läuft es wie immer auf dasselbe hinaus:

sie zieht wieder Pflanzen für drei statt für einen Garten vor...

weil sie so schön sind und das beim Wachsen Zuschauen ihr solche Freude bereitet. Kann man ja immer noch verschenken, meint sie dann.

Und Orte, die man verschönern könnte, die mit mehr grün aufatmen würden und denen Mehr Bunt, mehr Duft, mehr Leben gut tun würde, gibt es auch genug.

 

Wie leicht man seine Vorsätze doch relativieren kann.

 

Im Endeffekt sollten wir wohl einfach alle das tun, was uns glücklich macht. Was wir mit Liebe machen, wird gut. Darum sollte Frau Farns Vorsatz vielleicht auch nicht heißen, sich per se zu limitieren, sondern sich zu fokussieren und Achtsam zu sein. 

 

Jetzt stehen erstmal die Feiertage an, an denen alles einen Gang langsamer läuft. Dann die Zeit zwischen den Jahren, die etwas sehr Besonderes haben.

 

 

Frau Farn lässt 2020 mit neuem Schwung von sich hören,

habt eine gute Zeit bis dahin !

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