#30

Seit Ende Oktober zeigt sich der Herbst von seiner ungemütlicheren Seite, es ist merklich kühler und oft auch sehr nass. Mit der Kälte kommt manches Nachts auch bereits Frost, so dass das Farnland morgens unter einer feinen Schicht aus Eiskristallen aufwacht.

 

flugs wurden die empfindlichsten Topfpflanzen ins Haus bugsiert. Das sind zuallerst Chilis und Vanilleblume. Robustere Gewächse wie Zitronenverbene und Oleander können noch ein Weilchen draussen bleiben, bevor auch sie in ihr Winterquartier befördert werden.

 

Die Hühnerdamen scheinen den Herbst zu mögen, so viel Laub zum Scharren kommt ihnen jedenfalls sehr entgegen. Frau Farn findet das super, alle paar Tage lässt sie Unmengen von Blättern ins Gehege rieseln. Für den Rest hat sie noch zwei neue Laubsammelbehälter gebaut.

Zwei riesige Säcke duftender Fichtenhäcksel wurden unter die Beerensträucher und den alten Rhododendron gestreut und auf dem Weg zum Kompost verteilt. Ruckzuck verschluckt das Farnland die abertausenden Nadeln und zaubert daraus einen wunderbar fluffigen Waldboden.

 

Mit den gehortelten Ziegelsteinen spielt Frau Farn derweil draussen Lego und baut lauter kleine Mäuerchen und erhöhte Beete daraus. Auch die Laubbehälter aus Draht hat sie damit ein paar Mal umrundet. 

Nett sieht das aus, und auch ein bisschen aufgeräumter.

 

Gerade ist Frau Farn damit beschäftigt, die ausladend gewordenen Haseln etwas auszulichten. Sie nimmt aber jeden Tag nur ein paar Äste heraus, um das Ganze erstmal auf sich wirken zu lassen, mit Abstand nochmal zu betrachten.

 

Ein paar Projekte stehen noch an für dieses Jahr, aber nichts davon hat Eile.

Frau Farn kann sich Zeit lassen, eins nach dem anderen umsetzen.

Schon jetzt ist frau Farn mehr als zufrieden. Wenn sie an die Anfänge zurückdenkt... wie prächtig das Farnland schon geworden ist, wie es jedes Jahr mehr wächst und sich selbst gestaltet, kann sie nicht anders als lächeln und Dankbarkeit spüren. Sie liebt jede der verschiedenen Ecken und all die kleinen Wunder, die es hervorbringt.

oh , du bunter , prächtiger  Herbst

Die hiesigen Wälder sind gerade überwältigend schön, ein Meer aus warmen Farben. Im Farnland ist das anders. Der Herbst zieht eher schubweise ein.

Während Aronia und Felsenbirne ihre leuchtenden Blätter bereits abgeworfen haben, strahlt nun das Laub der Heidelbeeren, Fächermispeln und des Schneeballs in tiefem Rot und das einer jungen Esche in wunderbarem Orange.

Der Hartriegel hat schon fast alle seiner immer heller werdenden panachierten Blätter verloren, aber sein großer Auftritt kommt noch. Zweige und Rinde nehmen jetzt nämlich eine traumhafte Rotfärbung an.

 

In den Vordergrund treten nun weiterhin jene Pflanzen, die auch im vertrockneten Stadium -auf eine leicht bizarre Weise- schön sind, den Blick einfangen und dem Garten Struktur verleihen. Wunderbare Naturstilleben, die sich auch in der Vase im Haus gut machen.

von Elfengleichen Fuchsien zu kuriosen Pilzen

Wer noch immer unerunermüdlich weiterblüht ist tatsächlich die Fuchsie. In diesem Jahr mit einer stattlichen Größe von zwei Metern windet sie sich in den alten Flieder und bleibt dabei doch elfengleich grazil.

Es ist eine winterharte Art, von der Frau Farn vor etlichen Jahren einen Ableger geschenkt bekommen hat.

Dass ihre kleinen Früchte essbar sind, wusste Frau Farn bis vor Kurzem noch nicht. Hat sie dann gleich probiert und für ausgesprochen süß befunden! Für eine Mahlzeit wird die ernte wohl nie reichen, aber als kleines Schmankerl auf dem Weg durch den Garten ist sie ganz phantastisch.

Statt Blüten gibt es nun Hagebutten, anderes Wildobst und viele verschiedene Pilze zu entdecken. die meisten wachsen direkt am Totholz.

Frau Farn freut sich über ihre Anwesenheit, faszinierende Wesen sind das.

 

Die Pilze, die Frau Farn im Haus in Kaffeesatz gezogen hat, waren äußerst spannend zu beobachten. Die Ernte fiel jedoch mehr als bescheiden aus.

Frau Farn hat das Myzel vor einer Weile in die Waldecke gesetzt,

mit etwas Glück wird das ja vielleicht noch was im nächsten Jahr.

Viele Pflanzen haben sich eifrig ausgesät und Frau Farn hat schon an den hübschesten stellen Nachwuchs von Fingerhut, Glockenblumen, Seifenkraut und Mondviolen entdeckt.

 

Etwas Wintergemüse steht noch in den Beeten. Da Kohl (Palm-und Grünkohl) und Endivien nicht so gut wachsen und der Feldsalat bereits von den Hühnern verspeist wurde, bleibt nicht mehr viel zu ernten.

wahrscheinlich winterportulak, Mangold, eine Handvoll Pastinaken und rote Bete. Und dann gibt´s ja noch ein paar Wildkräuter.

 

Und Topinambur natürlich.

Wenn nichts geht, Topinambur geht immer

Frau Farn mag seinen Geschmack gern und hat inzwischen verschiedene Zubereitungsarten ausprobiert. Etwa die Hälfte der diesjährigen Knollen hat sie frisch verarbeitet (zu Suppe, Brot und Puffern) (hier geht´s zum Brot) und im Dörrgerät zu Chips getrocknet.

Die andere Hälfte ist in einem großen mit Erde gefüllten Kübel gelagert. So können sie bei Bedarf frisch entnommen werden und der Platz auf dem Beet ist wieder frei. Eine Weile jedenfalls...

denn egal wieviel Frau Farn jeden Herbst/Winter aus dem Boden zieht, ein paar halten sich immer zu gut versteckt und vermehren sich im kommenden jahr munter weiter. Topinambur ist eine imposante (gut zwei Meter hohe), anspruchslose Pflanze mit hübschen Blüten (im Spätsommer leuchtendgelb, sonnenblumenartig).

Seinem ausbreitigungsfreudigen Wuchs kann man Einhalt gebieten, indem man ihn in einen großen Kübel setzt. Die Ernte kann an frostfreien Tagen den ganzen Winter über erfolgen. Deshalb ist Topinambur für Frau Farn sowas wie ein survivalgemüse :)

Küchenexperimente und Wintervorbereitungen

Nun, wo die Tage immer kürzer werden, die Gartenzeit damit naturgemäß abnimmt, hat Frau Farn mehr Zeit für derlei Küchenexperimente.

Obstverarbeitung war ein grosses Thema. Neben dem Dörren und Mus-/ Chutney einkochen hat Frau Farn zum ersten Mal selbst Essig angesetzt (hier geht´s zur Anleitung) und zwar aus  Apfel-und Birnenschalen.

 

Essig ist ja wie ein kleiner Zaubertrank... so vielseitig!

Ob für Salatkreationen, zum Abrunden von Suppen, Saucen oder auch Brot, als Haarpflegemittel (Ersatz für Spülung), Weichspüler für die Wäsche, Entkalker für den Wasserkocher oder Putzmittel, ein wahres Multitalent. Darum ist Frau Farn ziemlich begeistert, Apfelessig fortan unter der Kategorie "easy peasy selber machen"  verbuchen zu können.

Frau Farn sucht im ungeliebten Winter etwas Positives und findet Zeit.

 

Zeit für Gemütlichkeit, zum ausgiebig Lesen, träumen und Ideen schmieden.

Ein Stapel mit neuer Gartenlektüre wartet schon auf sie.

Für nächsten Monat steht noch ein Seminar zum Thema Bodenfruchtbarkeit auf dem Plan. Und die ganze Anbauplanung und Saatgutsortierung.

Lauter Sachen, auf die Frau Farn sich freut.

 

Und zum Glück gibt es ja noch ein paar wetterunabhängige Hobbies, denen Frau Farn nachgehen kann... so sollte der Frühling doch ruck zuck da sein :)

 

Die ersten Zwiebelgewächse recken schon ihre Blattspitzen aus der Erde und lassen auf einen großen Blütenreigen hoffen. Ganz besonders gespannt ist Frau Farn, wie sich der neu gestaltete Vorgarten entwickeln wird. Wie sich die ausgesäten Samen machen... was sich selbst verbreitet hat... wieviel Gras doch wieder durchkommt... wie die Allium gedeihen... wie der Weg dann wirkt.

aus gegebenem Anlass mal ein anderes Schlusswort

Beim Nachsinnen über einen Titel für diesen Blog, kommt Frau Farn plötzlich ins Stocken. Das hier ist echt schon Nr 30?

Ein kleines Jubiläum.

Und ein Anlass, um mal Danke zu sagen.

An alle, die das Farnland besuchen und durch ihre Präsenz bereichern,

an alle Gartenfreunde und Naturliebhaber,

an alle, die Frau Farn in ihren Träumen bestärken und ihr tun wertschätzen.

Ohne euch wäre es hier nur halb so schön!

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Kommentare: 1
  • #1

    Steffi (Sonntag, 17 November 2019 05:35)

    Echt NO. 30 ??? Unglaublich. Ich lese immer noch gerne mit