plaisirs d'été (2)

Nach einigen durchweg turbulenten Wochen findet Frau Farn endlich wieder Zeit für ihren Blog. Nun wo die Tage spürbar kürzer und die Nächte kühler werden, schaut Frau Farn auf diesen besonderen Sommer zurück.

 

Heiß war er und zu trocken.

Trotzdem hat das Farnland seinen Bewohnern zahllose magische Stunden und eine reiche Ernte beschert.

 

Emotional und aufwühlend war er. Und doch hat er im Nachhinein so viel Gutes hervorgebracht.

 

Neben Körben voller beeren und Mirabellen hat Frau Fran auch eine Menge  Zuversicht gesammelt und einen neuen Weg eingeschlagen.

Fort von dem, was sie zunehmend belastet hat und hin zu dem, was sie glücklich macht. Wie anders das ganze Leben seitdem ist!

Frau Farn lernt nun jeden Tag etwas Neues dazu, genießt es unendlich, so viel Zeit draussen zu verbringen, ein Ergebnis ihres Tuns zu sehen und am Ende der Woche selbst geerntetes Gemüse mit nach Hause zu nehmen.

Und wie wunderbar es ist, sich so intensiv mit dem zu beschäftigen, was begeistert. Das gefühl, auf dem richtigen, eigenen Weg zu sein. Endlich.

 

Dass Frau Farn´s  Zeit und freie Energie zur Zeit begrenzt sind, hat dem Farnland nicht geschadet. Einige Nachsaaten wurden versäumt, aber das ist nicht weiter tragisch. Blühende Gräser sind so sowieso viel hübscher als  Gemähte.

Die meisten der selbstgezogenen Pflänzchen haben sich gut entwickelt und die bereits vorhandenen Stauden werden mt jedem Jahr üppiger.

Mission  Vorgarten:                                                        almost  accomplished

Ein großes Projekt wurde nebenbei in die Tat umgesetzt:

Das Fällen und Verarbeiten der abgestorbenen Birke vor´m Haus.

Der Großteil des Holzes wurde bereits im neuangelegten Vorgarten verbaut.

 

Das Bild hat sich dadurch stark gewandelt. Nicht nur die Lichtverhältnisse haben sich verändert; durch das Gestalten von wegen (endlich wieder häckseln) und Umplatzieren von Pflanzen hat der ganze Bereich an Struktur gewonnen.

 

Ein Käferkeller ist entstanden.

Ein Stück Stamm bleibt stehen, als künftige Insektenkinderstube bekommt er bald ein Dach.

 

Frau Farn malt sich den Frühling aus. Eben hat sie die letzte von etwa 350 Zwiebelgewächsen gesteckt. Vornehmlich Alliumarten und Traubenhyazinthen.

Bald werden noch die selbstgesammelten Blumensamen verstreut.

Das wird ganz toll, weiß Frau Farn und wähnt sich schon im kommenden April.

Dabei ist es doch auch jetzt ganz wundervoll.

Das Laub nimmt langsam seine herbstfärbung an.

Jeden Tag sammelt Frau Farn nun händevoll Haselnüsse.

Aber keine Sorge, für Eichhörnchen, Mäuse und Vögel

sind noch Unmengen da. Und bald sind die Walnüsse erntereif!

 

Kurz vor der abendlichen Dämmerung ist das Licht nun besonders magisch.

Etliches blüht noch. Zur großen Freude all jener Insekten, die auch zu dieser

Zeit unterwegs sind.

Für sie ist Frau Farn nach wie vor engagiert. Viele neue Pflanzen... und noch mehr Saatgut von heimischen Gewächsen, die die Vielfalt im Farnland weiter steigern sollen, haben Einzug gehalten.

Frau Farn lässt den Blick schweifen, hinein ins wilde Grün und Bunt. Am Allerschönsten findet sie seit einer Weile den dieses Jahr angelegten Weg entlang des Staudenbeetes. Dort schreitet man momentan durch ein Meer aus wilder Möhre, Eisenkraut, Schafgabe, Astern, Fenchel, Sonnenbraut und Prachtkerzen. Gehen kann man hier nur ganz langsam, weil der Weg etwas holperig ist und kurvig verläuft. So ist man aber auch gleich viel aufmerksamer. Die hohen Blüten streifen Frau Farn im Vorbeigehen und manche verströmen dabei ihren herrlichen Duft.

Das kleine Beet Am Wegbeginn strahlt komplett violett.

Agastache und Indianernessel wachsen richtig toll dieses Jahr.

Unter dem Haselstrauch legt sich das filigrane Labkraut über das letzte Wegstück. Überaus malerisch.

 

Auf der anderen Seite der Hasel verläuft ebenfalls ein schmaler Weg. Der ist derzeit eine sACKGASSE; WEIL dOST UND storchschnabel ihn komplett überwuchern. Auch sehr hübsch!

 

Die Feuerstelle ist von den mächtigen Königskerzen umrahmt, die nicht aufhören wollen zu blühen und weiter gen himmel zu wachsen. Dazwischen ragen die vertrockneten stacheligen Kolben der Karde, Echinacea und Duftnesseln empor und unterstreichen die Vertikale nochmal.

Zusammen wirkt das schon imposant. Ganz toll auch im Schein des Lagerfeuers!

Und Erstaunliches konnte beobachtet werden:

  • Eine Blattschneiderbiene beim Bau ihres Nestes. Wie sie mit einem zigarrenförmig zusammengerollten Blatt, das sie mit ihren zarten                  Beinen im Flug hält, unter einem Stück Totholz verschwindet.
  • Ein Taubenschänzchen, das mit seinem Rüssel in einem Blütenkelch steckengeblieben ist und äußerst vorsichtig befreit werden musste.
  • Eine wilde Orchidee, die unter dem Haselstrauch gewachsen ist,                 kommt Frau Farn einem kleinen Wunder gleich... so besonders!

 

Aber im Grunde sind derartige Wunder überall und jederzeit zu entdecken, wenn man die Augen dafür öffnet... das Herz... und wie ein Kind staunen kann.

Frau Farn´s Begeisterung nimmt jedenfalls kein Ende.

Während Frau Farn schreibt, wandert ihr Blick zum Küchenfenster.

Lene und Klärchen liegen dort zusammengekuschelt in einer großen Holzschale, schlummern friedlich.

Lene und Klärchen?

Das sind zwei und von den drei neuen Mitbewohnern.

Anouk ist die dritte im Bund, Mama der beiden Kleinen.

Frau Farn ist schrecklich vernarrt in das Trio.

Erntesegen, Küchenzauber und Ausblick

Aktuell stehen noch einige Aussaaten und später im Jahr Rückschnitte der Sträucher an. Vor allem die Haseln müssen ausgedünnt werden.

Der fertige Kompost will gesiebt und ein anderer umgeschichtet werden.

Etwas Holz ist noch zu verbauen und umzuräumen.

Das gesammelte Saatgut will sortiert werden.

Und das Sammeln geht weiter. Samen über Samen.

 

Und Die Ernte. Es warten noch ein paar Himbeeren, Tomaten, Auberginen, Bohnen, Chilis, Pimientos, Topinambur, Rote Bete, Mangold, Pastinaken, Kartoffeln, Lauchzwiebeln und Kohl in den Beeten. Auch Kräuter werden weiterhin gepflückt, frisch verarbeitet oder getrocknet.

 

Zum Schreiben bleibt nicht viel Zeit gerade.

Das ändert sich spätestens, wenn Frau Farn mehr das Haus hütet, weil es draußen nur nass ist. Bis dahin gibt es noch das ein oder andere zu erledigen und ganz wichtig: zu genießen.

Zwischendurch landet mal ein Bild auf facebook. Wer mehr sehen mag, kann gern persönlich vorbeizuschauen. Hilfe bei der Haselnussernte ist willkommen.

Und die ersten Kastanien fallen. Wer also Waschmittel damit machen möchte... es hängen wieder mehr als genug an dem mächtigen Baum! 

In der Küche wurde schon allerhand gezaubert, um die Vorratskammer mit mehr bunten Gläsern zu füllen, die die Früchte des Sommers bis in den Winter hinein tragen. Neben verschiedenen Sorten Fruchtmus, Dörrobst, vor allem Chutneys, Saucen, diverse Extrakte, Essig- und Zuckermischungen.

 

In zwei Gefäßen wächst Pilzbrut heran, die Frau Farn geschenkt bekommen hat. Darauf ist sie auch super gespannt. Wenn alles gut geht, wird das Myzel nach mehrmaliger Ernte im Farnland einziehen und sich dort hoffentlich ausbreiten.

Wenn alles so klappt wie gewünscht, wird Frau Farn ab dem nächsten Frühling fest in der gelsenkirchener SoLaWi im Gemüsebau mitarbeiten. Ein echtes Herzensprojekt, mit dem Frau Farn sich sehr schnell identifiziert hat.

Davon wird sie zu gegebener Zeit sicher noch ausführlicher erzählen.

 

Für das Farnland wird dies auch einige Veränderungen mit sich ziehen:

weniger Gemüseanbau, hauptsächlich Salat und ein paar außergewöhnliche Sorten. Und Kräuter natürlich. das vorhandene Saatgut wird aber noch aufgebraucht, zum Teil auch verschenkt.

Damit ensteht Raum für mehr Blühendes :)

Surprise, surprise

Ach ja, da war ja noch was: Herr und Frau Farn haben mit ihrem Vorgarten den Sonderpreis für ökologische Gestaltung vom Stadtteilbüro gewonnen. Eine derartige Wertschätzung ihrer Bemühungen hat Frau Farn nicht erwartet und echt gefreut. Die Lokalzeitung war für einen kleinen Bericht da und ein paar interessierte Besucher auch. Das stimmt doch hoffnungsvoll. Vielleicht findet langsam ja doch ein (zaghaftes) Umdenken statt...

Das Thema als Ganzes wird einfach immer größer.

Im täglichen Tun, in Gedanken, in den Büchern, die Frau Farn liest, in den Kanälen, die sie schaut, in den Gesprächen, die sie führt, in den Ideen für die Zukunft. Und das alles fühlt sich stimmig an und macht Spaß.

Es läuft also prächtig gerade.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Gila Czerny (Montag, 23 September 2019 22:18)

    Hallo du liebe Gärtnerin, gerne habe ich dir zugehört, bzw.deine Geschichten gelesen. Es macht mir sehr viel Freude. Und besonders auch, weil du nun deinen Weg gefunden hast. Bevor wir uns noch einmal.in diesem Jahr auf den Weg nach Kreta machen, werde ich noch Zwiebeln setzen....Für das kommende Frühjahr.
    Alles Liebe und Danke. Gila