Dem Farn beim Wachsen zusehen


Dem Farn beim Wachsen zusehen

(und allem anderen auch)

Nun ist es tatsächlich schon Mai.

Frau farn staunt nicht schlecht, was ein paar Tage Regen ausmachen können. Das Farnland ist fast explodiert. Berstendes Grün überall.

Nein, nicht überall. Dazwischen strahlen Blaue, gelbe, lila, rosa bis dunkelrote Farbtupfer. Die ersten Levkojen und Violen gesellen sich in den Blütenrausch. Und auch die Zierlauche stehen kurz davor, ihre prächtigen Bälle zu entfalten. Der Weissdorn legt seinen weissen Schleier über den Garten und lässt die dunkelroten Blätter der Hasel um so kräftiger leuchten. Mit jedem Tag scheint es mehr zu werden und Frau Farn weiß nicht wohin mit ihrem Glück. Sie kann sich nicht sattsehen an alldem. Zerbirst fast an ihrer Vorfreude, an dem Gedanken, was alles noch kommen mag in diesem Jahr.

 

Derzeit steht auf dem Hof alles voller Anzuchtplatten und Töpfen.

Neben Gemüse vor allem Heil-und Duftpflanzen. Viele Teekräuter.

Von der wunderschönen Agastache hat Frau Farn dieses Jahr gleich vier verschiedene Sorten gesät. Das wird ein Fest!

So Vieles, auf das Frau Farn gespannt ist.

Die Spaghettibohnen zum Beispiel.

Und die Wiesenraute -eine ihrer Lieblingspflanzen - wird bald zum ersten Mal blühen. Der Baldrian hat sich mächtig vermehrt und an der Feuerstelle wachsen unzählige Fingerhüte. Frau Farn sieht schon ein Meer aus lila und weissen Blütenkerzen vor sich. Und all die Hummeln, die sich daran laben.

 

Überhaupt scheint es ihr, als würde dieses Jahr vieles um einiges besser gedeihen, als hätte nun alles seinen wirklichen Platz hier gefunden.

Das Farnland macht seinem Namen gerade alle Ehre. Majestätisch entrollen sich die Wedel und geben der Terrasse einen wundervollen Rahmen. Inmitten all der Pflanzen zu sitzen, ganz genau hinzuschauen, was um sie herum geschieht, bereitet Frau Farn solche Freude. Ganz hautnah mitzuerleben, wie viele winzige Lehmportionen so eine kleine Wildbiene heranfliegen muss, um ein Röhrchen im Insektenhotel zu verschließen, wie oft am Tag die Meiseneltern Nahrung für ihren Nachwuchs bringen, beeindruckt Frau Farn schon sehr. Für Naturbeobachtungen braucht man in der Regel eine Menge Geduld.

Wenn man aber auf "nichts Bestimmtes" wartet, sondern einfach nur schaut, entdeckt man immer etwas Neues. Eine Bewegung. Ein Tier. Eine Blüte, die gestern noch geschlossen war. Frau Farn hat in diesem Jahr schon so viel beobachten, erfahren und lernen können.

 


Geduld ist andernorts nötig :)

Die Verlockung ist nämlich groß, die vielen vorgezogenen Pflänzchen bereits auszupflanzen, aber Frau Farn zügelt sich. Ein paar frostige Stunden könnten für viele der empfindsamen Gewächse fatal sein. Daher lieber erstmal langsam abhärten, die Töpfe und Schalen stundenweise in den Halbschatten stellen und bei Bedarf wieder reinholen. Seit sie Frischluft und echte Sonne tanken dürfen, hat sich das zarte Grün in ein viel satteres verwandelt. Und in zwei, drei Wochen sind sie dann bereit für ihren endgültigen Einzug ins Beet.

 

Da gibt es aber auch jetzt schon das ein oder andere zu ernten und Frau Farn ist für jedes einzelne Blättchen, jedes Radieschen dankbar.

Salate zieht Frau Farn regelmäßig vor, etwa alle vier Wochen. So ist eine kontinuierliche Versorgung mit ganz frischem Grün gewährleistet.

 

Ein lila Sprossenkohl hat den Winter und die Hühner überlebt und ist so hübsch, dass Frau Farn sich wirklich schwer getan hat, überhaupt von ihm zu ernten. Ähnlich ging es ihr beim Braunkohl, der entgegen seines Namens eine wunderschön gekräuselte violett überzogene Blätterkrone trägt. Inzwischen ist er in die Blüte gegangen, was widerum die Bienen freut.

wenn die ANzuchterde den in den Töpfen harrenden Pflänzchen nicht mehr reicht, wird es höchste Zeit, die Kleinen in nährstoffreichere Erde umzutopfen oder mit einem schnellwirkenden Dünger zu versorgen.  Schnell wirken Flüssigdünger. Und die kann man, sofern man einen Garten besitzt, ganz einfach und ohne Chemie selber machen.

 

Jauche ist super

und fix angesetzt.

 

bereits früh im Jahr kann man damit beginnen. Sobald genügend Brennesseln spriessen, hält Frau Farn Handschuhe und Schere bereit.

die zarten Triebe sind eigentlich zu schade.... lieber aufessen! - und zum Verjauchen die krautigeren Stängel und zähen Blätter nehmen. Und immer etwas stehen lassen, Brennessel ist eine wichtige Futterpflanze für viele Insekten, vor allem Raupen.

 

Abgewogen oder gemessen wird da nix, sondern rein nach Gefühl (vorzugsweise Regen-) Wasser zugefügt und in den kommenden 1-2 Wochen täglich kräftig umgerührt. Mehr braucht es nicht.

 

Wenn sich die Pflanzenteile zersetzt haben, das Umrühren keinen Schaum mehr verursacht und die brühe eine dunkle Farbe angenommen hat, ist die jauche fertig.

Etwa 1:10 verdünnt gießt Frau Farn damit den Wurzelbereich ihrer hungrigen Pflänzchen.

 

Neben dem Hauptdünger (Kompost!) kommen im Farnland hauptsächlich Brennessel, Beinwell und Schachtelhalm zum Einsatz. Manchmal auch Ringelblumen, Tomatenblätter, Knoblauch oder Baldrianblüten.

 

Die Wirkung der einzelnen Jauchen unterscheidet sich nach den verwendeten Pflanzen :

  • So enthält Beinwell viel Kalium und eine Fülle anderer Nährstoffe. Die Blüten sind außerdem ein Phantastischer Hummelmagnet.
  • Brennessel düngt vor allem mit ihrem Stickstoffgehalt.
  • Schachtelhalm hat einen hohen Kieselsäureanteil, der die Zellwände der Pflanzen festigt und vor Pilzbefall schützen    kann.

 

Beizeiten mischt Frau Farn diverse Wildkräuter zusammen, je nachdem was gerade so anfällt. Sie achtet nur darauf, dass keine Samen mit in die Jauche kommen, man weiß ja nie...

Bokashi ?

Letztes Jahr hat Frau Farn begonnen, einen Teil ihrer Küchenabfälle im Bokashi zu fermentieren. Den daraus gewonnen Saft nutzt Frau Farn hauptsächlich als Dünger (verdünnt) für ihre Zimmerpflanzen.

 

Der Bokashi selbst (also die fermentierten Küchenreste) wird vererdet und sollte sich dann nach einer Weile in nährstoffreichen Kompost verwandeln.

 

Der gewonnene Flüssigdünger ist überaus praktisch, und dass auch gekochte und tierische Produkte mit in den Bokashi können, ein Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Kompost im Garten.

Dennoch ist Frau Farn nach einer ersten Testphase nicht überzeugt von diesem System. Denn es wird ein gekauftes Ferment oder EM & Pflanzenkohle benötigt, Um die fermentierung in Gang zu setzen. Und das erscheint Frau Farn nicht sehr nachhaltig. Nicht hier jedenfalls, wo Kompost und Pflanzen en masse zur Verjauchung vorhanden sind.

 

Deshalb wird Frau Farn ihren Bokashi wohl entweder an jemanden weitergeben, der nur einen sehr kleinen Garten hat oder darin demnächst ihre Jauche brauen.


Jetzt gerade regnet es wieder. Die Natur freut´s und das zählt.

Frau Farn schlägt ein grauer Himmel direkt auf´s Gemüt. Aber zum Glück gibt es ja wunderbare YT-Channel, die sie in sonnigere Gefilde entführen und viele neue Ideen wecken. Diesjähriger Favorit ist eindeutig "Roots and Refuge Farm". Von da stammt auch die idee mit den Spaghettibohnen. Frau Farn ist gespannt... die Klimatischen Bedingungen sind schon sehr verschieden, aber einen Versuch ist es allemal wert. Eine malerische Rankhilfe hat Frau Farn schon gebaut... die Samen werden nächste Woche vorgezogen...

Alles weitere bleibt abzuwarten. Bericht folgt.


Zu erzählen und vor allem zu zeigen gäb es noch endlos viel...

In diesen Tagen, wo es jederzeit tausend kleine Wunder zu bestaunen gibt, könnte Frau Farn von morgens bis abends photografieren, jedes Detail festhalten. Aber sie weiß, dass das nicht geht. Und selbst wenn... der wahre Zauber lässt sich nicht einfangen. Es ist das Zusammenspiel der Details, das Gesamte, der Moment, der erlebt werden muss.

 

Deshalb geht es jetzt auch wieder raus!

Und auch ihr entdeckt jedes MAl Neues, wenn ihr vorbeischaut, versprochen!

 

Ende des Monats wird Frau Farn ein paar Pflänzchen abzugeben haben, also wer noch Platz hat, melde sich ;) Supergerne auch tauschen!

 

Pflanzen von Freunden sind nochmal was besonderes im Garten.

Für Frau Farn bleiben sie immer mit diesen Menschen verknüpft.

Da der gelbe Mohn von Birgit, da der Strochschnabel von Ulrike, da das Lungenkraut von Clarissa, da die Stachelbeere von Nina... das ist schon schön so durch das Farnland zu streifen!

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