1-2-3 Frühling!

April!

Frau Farn kann es immer noch nicht so recht glauben:

wo ist die Zeit nur geblieben?

Still war es zuletzt hier auf dieser Seite, Winterpause sozusagen.  

 

Frau Farn verbringt nun endlich wieder jede freie Minute draussen, beobachtet, wie schnell sich alles wandelt, wie es mit jedem Tag grüner wird, freut sich unbeschreiblich über all die spriessenden Pflanzen, schwirrenden Insekten und singenden Vögel.

 

Wie sehr hat sie nach all dem gedürstet!

 

Das Potential, oder besser noch das Versprechen, welches jedes einzelne Samenkorn, jedes einzelne Pflänzchen, jede Knopse in sich trägt... auf Wachstum, üppige Blüte, betörenden Duft oder reiche Ernte,

lässt Frau Farn vor Vorfreude beben.

 

Wie es letztlich wird... was klappt und was nicht... man weiß es nicht...

aber in ihrer Vorstellung malt sie sich alles überwältigend schön aus.

Und bislang stehen alle Zeichen gut. Schon jetzt ist sie ganz angetan, wie sich alles entwickelt hier. Aus den winzigen Keimlingen vom Vorjahr sind stattliche Pflanzen geworden. Das Farnland hat an Struktur gewonnen und gestaltet sich selbst die ganze Zeit mit.

 


In den kalten, ungemütlichen Monaten hat FRau Farn viel an ihrer Gartenplanung gebastelt, Lektüre in sich aufgesogen und neue, inspirierende Gartenkanäle entdeckt.

Die Planung optimieren.

In einem Garten, den Frau Farn als Naturgarten bezeichnen würde?

Ja, auch wenn es klingt, als ließe man einfach alles wachsen, steht durchaus ein Konzept dahinter. Das mit jedem Jahr wächst und mehr Gestalt annimmt.

Aber immer mit der Natur. Frau Farn schaut, welche Pflanzen sich hier besonders wohlfühlen. Welche Symbiosen sich daraus ergeben. Wer durch welche Pflanze angelockt wird. Wer sich wo ein ZuHause sucht.

 

Das bedeutet auch, mal seine ursprüngliche Idee zu verwerfen.

Weil sich gerade  Im Holzlager ein Zaunkönig eingenistet hat, überlässt Frau Farn ihm gerne diesen Platz, so lange er ihn bewohnt.

Feuer wird demnächst sowieso nicht gemacht, einige Wildbienen sind wieder an der Feuerstelle zugange und Frau Farn lässt sie beglückt gewähren.

 

Das gehört für sie nicht nur zu einem naturnahen Garten dazu, es ist ausdrücklich erwünscht. Lebensraum für all diese wunderbaren Geschöpfe zu schaffen ist das schönste, was Frau Farn sich vorstellen kann. Und weitaus wichtiger als die Möglichkeit, genau da jetzt Feuer zu machen.

 

Wie schön, dass dieses Jahr gleich mehrere Vögel ihre Nester hier bauen! Die Futterstellen werden rege besucht - neben den Vögeln auch vom Eichhörnchen und einer Mäusefamilie. Aber einige Arten vermisst Frau Farn diesmal; kein Dompfaff mehr... und auch den Baumläufer hat sie noch nicht gesehen. Dafür kommen nun regelmäßig zwei Grünfinken. Und einige soo hübsche Schwanzmeisen tummeln sich im Garten.

Auch die Stare finden sich in immer größeren Gruppen im Bambushain ein und erfüllen das Farnland des Abends mit ihrem facettenreichen Gezwitscher.

 

Und dann das Brummen der verschiedenen Wildbienen, emsig und scheinbar unentwegt Pollen und Nektar oder Nistmaterial sammelnd.

Frau Farn schaut ganz genau hin -welch faszinierende Vielfalt!-, aber immer noch so schwer zu bestimmen, wer da nun gerade unterwegs ist.

 

Ein Frosch ist zum Laichen zurückgekehrt; bei jedem Gartenrundgang werden die durchscheinenden Perlen an der Teichoberfläche  sorgsam betrachtet.

 

Oh und all die Pflanzen, die sich selbst ausgesät haben!

Manches erkennt Frau Farn inzwischen schon im Sämlingsstadium und ist mehr als entzückt. Auf jene zweijährigen Pflanzen, die diesen Frühling in die Blüte gehen, ist Frau Farn sehr gespannt. Am meisten wohl auf den Engelwurz!

Ach, überhaupt auf alles!

 


 

Wie immer um diese Zeit läuft die Aussaat und Anzucht auf Hochtouren. Überall stehen Schalen mit frisch gekeimten Pflänzchen. Gemüse, Kräuter, Blumen, von allem etwas (mehr). der Saatgutbestand ist wieder enorm gewachsen im Winter, viele neue Sorten sind dazugekommen.

Fast alles ist gut angegangen, die ersten Jungpflänzchen sind schon pikiert (Chilis, Eucalyptus und Goldlack). Im Freiland war Frau Farn da noch wesentlich zurückhaltender. Die Nächte sind teils recht kühl und das Wetter insgesamt launisch, Frau Farn wartet lieber noch ein paar Tage mit den Direktsaaten.

 

Eine grobe Planung, was später wo eingepflanzt wird, steht zwar,

aber letztlich wird doch immer nochmal umarrangiert, improvisiert.

Und das ist gut so und macht das Gärtnern für Frau Farn auch aus.


Gestern hat Frau Farn Rukola und roten Asiasalat in die Hochbeete gesetzt,

im Dachziegelbeet Klettenlabkraut dezimiert und für die Hühner zerkleinert, Mohn und Schleifenblumen ausgesät und Schaumkraut geerntet. Das hat sich an einer Stelle massiv ausgebreitet, die für etwas anderes gedacht ist (Kugeldisteln und Färberkamille stehen schon bereit!).

Frau Farn lässt es aber noch ein wenig wachsen, denn es ist ein durchaus leckeres Wildkraut. Heute gab es das im Kräuterquark. Das kresseähnliche Aroma passt ganz gut. Aufessen ist immer noch die beste Lösung schmunzelt Frau Farn.

 

Das geht bei vielen Pflanzen, die manch einer abwertend als Unkraut betiteln würde. Und ist in den meisten Fällen überaus gesund. Die Konzentration an Nährstoffen ist wesentlich höher als in den gemeinhin zum Verzehr kultivierten Pflanzen. Und von denen wächst um diese Zeit ja eh noch nicht wirklich viel. So nutzt Frau Farn momentan auch Giersch, Löwenzahn, Brennessel, Bärlauch, Blutampfer, Löffelkraut, Postelein, Schafgabe, Gundermann, Knoblauchrauke und Veilchen für die Küche. Das Scharbockskraut ist leider nur bis zur Blüte essbar.

Wenn sie sich bei einem Kraut unsicher ist, verzichtet FRau Farn lieber.

Aber durch genaues Hinschauen und einen Hauch Begeisterung lernt es sich leicht, mehr und mehr Pflanzen zu erkennen. 


Letzte Woche hat Frau Farn noch einige Quadratmeter Fläche dazugewonnen und nun grosse fReude daran, diese ein wenig umzugestalten. Es handelt sich um einen kleinen, abschüssigen, sehr sonnigen Streifen Land, der das Haus mit einer Forsythienhecke vom Nachbargrundstück trennt. Bisher wuchs hinter der besagten Hecke nur Efeu.

Der ist per se nicht schlecht; hat er ein gewisses Alter erreicht und blüht, ist er eine wertvolle Nahrungsquelle für jene noch spät im Jahr fliegenden Bienen.

Alten Efeu gibt es aber an anderen Stellen im Garten mehr als genug. Deshalb hat Frau Farn ihn entfernt und wird in den kommenden Tagen Neues pflanzen. Ableger und Saatgut sind schließlich en masse vorhanden.

Hier sollen vornehmlich gelbe Farben hin, daneben wird es orange-rot.

Alles insektenfreundliche Pflanzen natürlich.

 

Frau Farn wird allein bei dem Gedanken wohlig warm. Das passt bestimmt ganz wunderbar zu den Ziegeln des Hauses, verleiht dem Ganzen noch mehr Freundlichkeit. Und bildet einen Kontrast zum eigentlichen Garten, der in viel zarteren Tönen gemalt ist.

 

So viel für heute... Frau Farn reibt sich nachdenklich die Schläfen. Wieder so ein Wischiwaschi-Beitrag, maunzt sie. Demnächst möchte sie doch mal wieder etwas konkreter werden, ein Thema oder eine bestimmte Pflanze aus Farnscher Sicht behandeln. Ist wohl etwas gehaltvoller als das hier. Nach langer Abstinenz musste sie aber erstmal wieder einen Zugang zum Schreiben finden. Nun heißt es dranbleiben. ideen und Themen hat sie ja genug.

 

Jetzt aber mal raus, zu den Hühnern. Die Stallpflege wartet. Und dann nochmal schauen, was sich über Nacht alles im Garten getan hat. So schnell geht gerade alles! Haltet Augen und Ohren und vor allem das Herz offen... es ist so eine wunderbare Zeit JETZT, flüstert Frau Farn noch im Vorbeihuschen. Auf bald!

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Gila Czerny (Sonntag, 07 April 2019 21:53)

    Hallo liebe Frau Farn, nun hatte ich Zeit deinen wunderbaren Garten-Beitrag zu lesen. Er zeigt nicht nur deine Freude, die dir dein Garten macht, er macht richtig Lust auf Gartenarbeit, auf's Pflanzen, auf Ruhe und Muße im Garten.
    Danke!!!!!
    Lieben Gruß Gila