Blog#22

Was für ein Sommer!

 

Wenn das nicht so anstrengend wäre, würde Frau Farn Purzelbäume schlagen.

Die Energie will in diesen heißen Tagen schließlich sorgsam eingeteilt werden.

 

Als sonnenkind gibt es für sie nichts Schöneres, als ganz luftige Stoffe zu tragen und jeden freien Moment draussen zu verbringen, in lauen Nächten im Gartenbett zu schlafen...

 

Die mit der anhaltenden Hitze einhergehende Trockenheit ist allerdings eine Herausforderung. Nur wenige Pflanzen kommen damit zurecht -ohne Gießen geht derzeit nicht viel. So werden morgens oder abends unermüdlich etliche Gießkannen gefüllt. Das gesammelte Regenwasser ist inzwischen zur Neige gegangen.

Hier muss sich definitiv etwas ändern, mehr Wassersammelstellen müssen her.

Frau Farn wägt schweren Herzens ab, wer das Wasser am nötigsten hat... wer es hoffentlich mit seinen tiefreichenden Wurzeln alleine schafft.

Wasser wird in diesen Tagen zu einem sehr kostbaren Gut.

Wenn man sonst immer mehr als genug davon hat, vergisst man das vielleicht mal.

 

Auch für viele Tiere wird die Dürre zum Problem, wenn natürliche Wasserstellen austrocknen. Insekten-und Vogeltränken sind jetzt besonders wichtig. Inklusive Rettungsanker (Ast) oder Steinchen als Rettungsinsel, damit auch niemand ertrinkt.

 

Manch eine Blühpflanze stellt ihre Nektarproduktion unter diesen Bedingungen ein. Das erhöht die vielerorts ohnehin bedenkliche Nahrungsknappheit weiter.

Viele Pflanzen hatten dieses Jahr nur eine vergleichsweise kurze Blühphase, sind inzwischen vertrocknet und haben Samen gebildet. 

 

Frau Farn geht also auf Schatzsuche im Garten :

Unmengen an beschrifteten Döschen werden mit den kleinen Wunderkugeln gefüllt. Mal winzig klein, mal bizarr geformt, mal mit hauchdünnen Flughilfen, mal mit Widerhaken versehen enthalten sie alle das schlummernde Leben. 

Wie viele tausend Pflanzen könnten daraus wachsen? Frau Farns Augen weiten sich, ihr wird fast ein wenig schwindelig. Natürlich viel zu viele für das Farnland.

 

Einen Teil wird Frau Farn mit anderen Pflanzenliebhabern tauschen, einiges im Saatgutschränkchen zum Mitnehmen anbieten und in der Wildnis des Ruhrgebiets verstreuen. Die Welt ist so groß.

 

Frau Farn beobachtet, welche Pflanzen gerne von Bienen, Hummeln und Co. besucht werden und konzentriert sich bei der Pflanzenvermehrung und Gartengestaltung zunehmend auf diese Arten. Sie enthalten auch oft den meisten Nektar / Pollen. Bisher hat sie u.a. Saatgut von Baldrian, Spornblumen, Fingerhut, Seifenkraut, Fenchel, Malven, Stockrosen, weißem Steinklee, wilder Möhre und Liebstöckl gesammelt.

Vom Lavendel hat sie jüngst Stecklinge geschnitten.

Und von Johannisbeere und Fetter Henne.

 

Manch eine zurückgeschnittene Pflanze treibt erneut aus und beschert dem Farnland womöglich einen zweiten, wenn auch schwächeren Blütenreigen.

Es blüht auch jetzt noch was, aber das wirkte etwas verloren, war Frau Farn zu wenig. So musste sie doch noch mal ein paar Pflanzen kaufen, um das kleine Sommerloch zu überbrücken. Auch wenn sie möglichst viel selbst aus Samen zieht, kommt sie nicht immer um die Gärtnerei herum. Die Bienen haben schließlich jetzt Hunger.

 

Einige Salat-und Kohlpflanzen lässt Frau Farn bewußt in die Blüte gehen, Die Blätter sind dann zwar für sie selbst nicht mehr verwertbar (zu bitter), aber die Bütenstände beherbergen ein Festmahl für viele ihrer geflügelten Freunde.

Gerade ist an der blühenden wilden Rauke, die sich selbst zwischen den Terrassenfugen versamt hat, richtig viel Betrieb. 

 

Und Die wundervolle Indianernessel! 

Kennt Ihr die? fragt sich Frau Farn und schaut verliebt in die vielen vielen Lippenblüten dieser Schönheit. Sie changieren zwischen pink, rosa, mauve und lila. Die feinen Punkte erinnern Frau Farn an Mini-Orchideen. Die ganze Pflanze verströmt einen zitronigen Duft und kann z.B. als Tee aufgegossen werden.

 

Im Frühjahr aus Samen gezogen, später sowohl in Töpfen auf der Terrasse als auch im Staudenbeet gepflanzt. Dort sind sie gerade ein gern umschwärmter Hingucker. Winterhart sind sie hierzulande leider nicht, das Aussaatprozedere wiederholt sich also nächstes Jahr.

Aber das lohnt sich wirklich, denkt sich Frau Farn jedes Mal, wenn sie die etagenförmig angeordneten Blüten betrachtet und ein lautes Brummen ganz in der Nähe vernimmt: wieder eine Hummel im Anflug.

Die Bienenweide im Vorgarten ist trotz täglichem Gießen schnell vertrocknet, die Blühphase war insgesamt nur kurz.

Geblüht haben vor allem Senf, Phacelia, Kornblumen und Buchweizen. Ein paar vereinzelte Mohn-, Sonnen- und Ringelblumen waren auch dabei. Und Leinkraut und Klee.  Die zweite Aussat ist bislang nur spärlich angegangen.

Der Standort ist aber auch verzwickt, denkt sich Frau Farn und hofft, dass sie nächstes Jahr mit einer angepassten Saatgutmischung mehr Glück hat.

Sie will es dann mit Pflanzen versuchen, die auf magerem, trockenen Boden besser zurecht kommen. Dafür sammelt sie Saatgut an vergleichbaren Stellen in der Natur. Spaziergänge an Bahntrassen entlang sind manchmal sehr ergiebig..

Draussen zieht es sich gerade zu, dunkle Wolkenteppiche türmen sich immer weiter auf. Mögen sie nicht nur Sturm sondern auch Regen bringen. Den durstigen Boden tränken, die Regentonnen und wasserstellen füllen.

 

Und was machen die Hühner bei der Hitze? Etwas mehr rumdösen, Siesta halten, sonst alles prächtig. sie genießen ihren beaufsichtigten Freigang sichtlich.

Dass sie dabei alles anknabbern und auch mal eine ganze Pflanze rausreissen oder plattrampeln, nimmt Frau Farn inzwischen gelassener hin. Ein paar Gemüsehochbeete werden demnächst trotzdem umziehen... so dass sie ausser Reichweite der nimmersatten Hennen sind.

 

Die sind nicht nur äußerst neugierig, sondern auch recht zutraulich geworden.

Vor allem Fela, die jüngste der Vier, tänzelt häufig um Frau farn herum, folgt ihr auf Schritt und Tritt durch´s Farnland. Wenn sie dann urplötzlich zu rennen anfängt, muss Frau Farn jedes Mal schmunzeln. Und ihr wird warm um´s Herz.

Die Hühner sind echt solch eine Bereicherung!

Und inzwischen legt auch Fela Eier!

 

 

Trotz mehr oder weniger rabiater Eingriffe von Trude, Minna, fela und Mara ist vieles in diesem Sommer gut gewachsen. Zu ernten gibt es derzeit auch nicht wenig, jeden Tag was frisch gepflücktes.

 

Tomaten, Rukola, Zucchini und Himbeeren en masse. Rote Bete, Kohl, Steckrübe, Bohnen, Chilis, Mangold, Salat, Physalis, Heidelbeeren und viele viele Kräuter. Pakchoi und Herbstrüben haben jüngst den Platz von Melde und Radieschen eingenommen. Der Raum will schließlich gut genutzt werden. Der Topinambur reckt sich immer weiter der Sonne entgegen, seine Blüten tanzen inzwischen weit über Frau Farns Kopf. Eins der unkompliziertesten Gemüse überhaupt.

FRau Farn hat es sich auf der Terrasse gemütlich gemacht und schaut zufrieden in den Garten. Sicher, letztes Jahr war es viel bunter und üppiger hier, aber Frau Farn freut sich über jede Blüte und noch mehr über jede Biene, die sich daran labt. Einige Meisen flattern durch die Haselnuss.

Eine Hummel schwirrt vom Lavendel zur Indianernessel.

Der Wind lässt den Bambus rauschen.

Der neu geknüpfte Traumfänger dreht sich sachte.

 

Da kommt Frau Farn eine neue Traumfängeridee.

Ob das auch klappt?

Frau Farn muss es probieren,

in ihrer Vorstellung sieht es fantastisch aus.

Das Farnland ist ein großes Experimentierfeld.

Mit Erfolgen und Mißerfolgen, aber immer viel Liebe.

Wahrscheinlich ist es deshalb so schön hier.

 

Voilà, Frau Farns Schlusswort für heute, sie muss jetzt Wolle suchen.

Und dann gießen, sollten nicht doch noch ein paar Tropfen mehr vom Himmel fallen.

 


Du möchtest auch Saatgut tauschen?

Frau Farn verschickt bei Interesse gerne eine Liste ihrer gesammelten Schätze!

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