Und jetzt Hühner!

Ein sonniger Nachmittag im Farnland.

Frau Farn beobachtet ihre neuen Mitbewohner bei der Siesta. Um diese Uhrzeit geht es etwas gemächlicher zu als sonst. Eine kleine Atempause von der permanenten Futtersuche. Gefiederpflege ist angesagt. Vielleicht ein genüssliches Staubbad?

 

Nach gut 1 1/2 Wochen scheinen sich die vier Hühner an ihr neues Zuhause gewöhnt zu haben. Am Anfang war alles sehr aufregend; auch für Frau Farn, die die natürliche Etablierung einer Hackordnung nur schwer mitansehen konnte. Inzwischen hat jeder (vorerst) seinen Platz gefunden und Seitenhiebe mit dem Schnabel gibt es nur noch selten.

 

Frau Farn mag ihren neuen Tagesrhytmus, den morgendlichen Gang zum Hühnerstall, die Damen ins Gehege lassen. So fängt der Tag nicht gleich mit Plänen oder sonstigen Gedanken an... sondern ganz ruhig, einen Kaffee bei den Hühnern schlürfend, sie bei ihrem Treiben beobachten.

Die Fütterung ist natürlich ein Highlight.

 

Mittlerweile kommen sie schon aufgeregt an den Zaun gelaufen, sobald sie sehen, dass Frau Farn sich in ihre Richtung bewegt; wohlwissend, dass es dann meistens etwas Leckeres gibt.

Trude und Minna fressen bereits aus der Hand oder kommen auf Frau Farns Schoß geflattert und lassen sich dabei ein wenig streicheln. Fela ist auch schon wagemutiger geworden, lediglich Mara beäugt die größeren Hennen lieber aus einer sicheren Distanz und wartet, bis diese sich (für einen kurzen Moment) sattgefressen haben. Anfangs wirkte Mara sehr verängstigt und angespannt. Frau Farn ist sehr froh, dass sich das in den letzten Tagen gelegt hat. Die sehr unterschiedlichen Charaktere dieser liebenswerten Wesen waren schnell erkennbar.

 

Das Ausprobieren, was ihnen denn wohl schmeckt, macht Frau Farn Freude. Da fraglich ist, ob sie beim Züchter mal etwas Frisches zu fressen bekommen haben, ist Vieles zunächst unbekannt. Alles wird aber getestet und dann je nach Geschmack und Hungerstatus verputzt oder erstmal zur Seite gescharrt. Dass Hühner alles fressen... mag sein, wenn sie wirklich ausgehungert sind. Sonst haben auch sie Präferenzen und verschnabulieren zuerst, was ihnen am meisten zusagt. Äußerst begeistert zeigten sie sich bislang über:

  • Früstücksbrei (natürlich ohne Zucker, mit Wasser angerührt)
  • getrocknete Apfelringe
  • gekeimten Buchweizen und Gerste
  • Spaghetti
  • Löwenzahn
  • Kürbiskerne

Trude und Minna schenken Frau Farn bereits beinahe täglich je ein Ei.

Eins davon ist etwas spitzer und manchmal leicht gesprenkelt, das andere eher bauchig rund. Frau Farn hatte nicht erwartet, dass sie mal vom Ei auf die Henne, die es gelegt hat, schließen könnte.

Mit Spannung wird auf das erste grüne Ei von Fela oder Mara gewartet. Die beiden sind ein wenig jünger und gehören einer Rasse an, die per se weniger Eier legen.

 

Täglich vier Eier für zwei Menschen wäre aber auch ziemlich viel.

Schon jetzt können zwischendurch welche weiterverschenkt werden.

Und überhaupt geht es ja bei weitem nicht nur um die Eier.

Was diese Geschöpfe Frau Farn schenken ist viel viel mehr.

Sie haben etwas beruhigendes und herzöffnendes an sich.

Ihr Verweilen im gegenwärtigen Augenglick wirkt ansteckend.

So schnell haben sie Frau Farns Zuneigung gewonnen.

Allein der Gedanke an sie, lässt Frau Farn lächeln.

 

Mit dem Bau und der Einrichtung von Stall und Gehege hat FRau Farn sich viel Mühe gegeben. Schließlich sollen sich die Damen ja möglichst wohl fühlen.

Natürlich erscheint ihr das Gehege bereits kurz nach Einzug der vier als zu klein. Ein paar Tage will Frau Farn noch warten, dann können sie ja im Garten laufen. Wann immer sie selbst auch draussen ist zumindest. Noch ist die Sorge, sie könnten das Weite suchen, da... aber der Wunsch, ihnen mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen, sie alles erkunden und ihre eigenen Lieblingsplätze finden zu lassen, wird immer größer.

 

 

 

 

 

 

 

Ist das nicht hübsch geworden ?

 

Dank der Hilfe von Herrn Farn

und Vater Farn dürfen die Damen

nun dieses Schmuckstück ihr Zuhause

nennen.

 

Der Ausgang für die Hühner befindet

sich an der Rückseite des Häuschens.

Und die Eier kann man an der linken Seite

aus einer Schublade entnehmen.

 

Passt doch wie gemalt ins Farnland :)

 

 

 

Frau Farn´s Resumee nach 10 Tagen mit den Hühnern lautet:

welch eine Bereicherung!

 

Von der Idee bis zur tatsächlichen Umsetzung hat es ein Weilchen benötigt. Frau Farn hat sich so viele Fragen gestellt. Nicht alle konnten im Vorfeld geklärt werden, aber das macht nichts. Mit den wesentlichen Dingen hat sie sich auseinandergesetzt, und da jedes Huhn ein individuelles Wesen mit eigenen Charakterzügen und Verhaltensweisen ist, ist sowieso nicht alles planbar. Irgendwann muss man es dann einfach tun. Und sich auf den Prozess einlassen.

 

Froh sich über alle anfänglichen Zweifel hinweggesetzt zu haben, genießt Frau Farn die Phase des Miteinander-vertraut-werdens gerade sehr.

 

So viel mehr hätte Frau Farn zu erzählen.

Der Mai ist ein wundervoller Monat.

Nach der Fliederblüte locken nun Rosen, Levkojen, Nachtviolen, Goldlack und Baldrian mit ihren Düften in die verschiedenen Winkel des Gartens. So vieles blüht nun und auch die Blumenwiese kommt zusehends. Alles wird immer schöner. Frau Farn verspürt solch ein Glück in jenen Tagen. Das kann sie gar nicht in Worten oder Bildern einfangen. Ihr müsstet es alles sehen. jedes Detail. Den Duft einsaugen. Und dem Schwirren der Insekten, dem Gesang der vielen Vögel lauschen. 

 

Frau Farn genießt jeden Sonnenstrahl, bestaunt jede spriessende Pflanze

und sich öffnende Knospe und pflanzt immer weiter, immer mehr.

Irgendwann besteht das Farnland nur noch aus Pfaden durch ein Pflanzenmeer.

und das ist gut so. Aho.

 

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