Vo̱r·freu·de² : erste Aussaaten & neue Gästequartiere

Heute schaut Frau Farn sehr zufrieden drein. Es war ein sonniger Tag und sie ist sichtbar weitergekommen im Garten. Das Weidenzelt ist zurückgeschnitten, der Bambus etwas gelichtet. Vier kleine Hochbeete sind entstanden, mit hübschen Wegen drumherum. Jetzt sieht dieser Gartenteil überraschend aufgeräumt und strukturiert aus.

 

Aber das wird sich ändern. Das kennt fRau Farn inzwischen.

die Natur ist unglaublich schnell. Frau Farn betrachtet die sich selbst ansiedelnden Pflanzen grundsätzlich mit Respekt. Sie meint, dass alles, was wächst erstmal zu Vielfalt und Ganzheit beiträgt. Irgendwie hat ja alles seinen Sinn und Platz im großen, bunten Gefüge der Natur. Nur wenn etwas eindeutig Überhand nimmt, schreitet Frau Farn schweren Herzens ein.

 

Die Bachbunge ist so ein Fall. Das hübsche Pflänzchen gehört zu den Ehrenpreis-gewächsen und ist ein Kriechpionier: im nu hat sie mehrere Quadratmeter in der Waldecke überwuchert. Die Wege, das Erdbeerbeet, alles eingenommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Essbar und sogar heilkräftig.

 

Aber was zu viel ist, ist zu viel.

 

selbst für eine Naturliebhaberin

wie Frau Farn.

 

 

Während Frau Farn an den Trieben der Bachbunge rupft, wird sie immer wieder neugierig von einem Rotkehlchen beäugt. Dem einen, das auch jeden Morgen im Hof auf Futtersuche ist.

 

Das Küchenfenster ist derzeit einer von Frau Farns Lieblingsplätzen. Fast immer bewegt sich etwas, trapst oder knabbert da jemand. Früh am Morgen kommen zwei kleine Mäuse vorbei. Dann die ersten Vögel.. Seit ein paar Tagen ist auch das Eichhörnchen wieder da. FRau Farn ist jedes Mal auf´s Neue bezaubert. Heute hat sie mal Kürbsikerne angeboten zur Abwechslung.

Die Kohlmeisen waren durchaus angetan.

Frau Farn auch.

 

Von den Staren sind viele noch recht spät abgezogen, aber einige versammeln sich nach wie vor im Bambus zum übernachten. Ob sich im Sommer wohl nochmal ein derart großer Schwarm hier einfindet?

 

Ein paar Grad mehr, ein paar Sonnenstunden, sich öffnende Blüten

und die Hummeln und Wilbienen wachen auf, um ihre ersten Flüge zu unternehmen. Die Frösche und Molche...

Wer wohl zurückkommt dieses Frühjahr?

Frau Farn ist gespannt.

 

Sie ist mehr und mehr bemüht, den Garten für viele Lebewesen so attraktiv wie möglich zu gestalten. Die wesentlichen Punkte sind dabei das vorhandene Nahrungsangebot und die Unterschlüpf-/Nistmöglichkeiten.

Um einer Vielzahl von Tieren gerecht zu werden, muss man sich zuerst mit ihren  Bedürfnissen beschäftigen. Viele Gestaltungs-und Handlungsprinzipien im Garten ergeben sich dann wie von selbst, meint Frau Farn. 

Dazu gehört unter anderem:

 

  • weniger machen! Den Garten ein Stück Natur sein lassen.
  • unterschiedliche Lebensräume gestalten, z.B.:
    • Totholz
    • naturnahe Blumenwiesen
    • Hecken, Büsche und Bäume
    • Steinhaufen oder -mauer
    • Teich
  • Verzicht auf jegliche Chemie in Form von Dünger, Herbi- oder Pestiziden
  • eigene Kompost-und Kreislaufwirtschaft
  • Bevorzugter Anbau von heimischen Pflanzen mit ungefüllten, nektarreichen Blüten
  • Blätter im Herbst als Mulch liegen lassen
  • bestimmte Samenstände und markhaltige Stängel im Winter stehen lassen  
  • mehr Wildnis erlauben!
  • gezielt Nistkästen & Insektenhotels anbringen, Überwinterungshilfen anbieten 

 

Diese Liste ist natürlich nicht vollständig. Aber eine kleine Übersicht, wie jeder mit wenigen Mitteln, mit wenig Aufwand etwas beitragen kann.

 

 

Letztes Jahr haben Wildbienen in den lehmigen Steilwänden von Frau Farns Feuerstelle genistet. Irgendwann sind sie doch umgezogen, weil sich bei starkem Regen dort das Wasser sammelt.

Frau Farn möchte ihnen nun eine Alternative anbieten.

Sie ist dabei ein Insektenhotel zu bauen.

 

Zu kaufen gibt´s Insektenhotels in verschiedenen Ausführungen.

Aber selber machen findet Frau Farn immer schöner.

Das Baumaterial stammt aus dem Garten und vom Sperrmüll. Frau Farn will die Schubladen eines alten Apothekerschrankes umfunktionieren. Erstaunt hat sie diese letztens am Strassenrand entdeckt. Wer schmeisst nur so schönes Holz einfach weg? Ein Unding ist das. Und Frau Farns Glück. Daraus lässt sich noch allerhand zaubern!

 

 

voilà,

die ersten zwei Gästezimmer sind fertig.

Jetzt ab damit an ein sonniges Plätzchen

... und warten, wer einzieht :)

 

Der eisige Wind rauscht durch den Bambus, doch der klare Himmel und die Glück ausstrahlende Sonne rufen Frau Farn unentwegt in den Garten, an die frische Luft. Es ist wieder ziemlich frostig geworden und der Boden größtenteils gefroren. Aber zu tun gibt es genug. Und dabei immer wieder Wundervolles zu entdecken. Schönheit überall.

 

 

 

 

 

 

 

 

    wie leuchtend das Ziergras

    in der wintersonne

 

 

 

 

 

 

 

wie schön selbst das

sich zersetzende Holz ist!

Und welch feine Erde

es hinterlässt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Welch wundervolle Farben

die Weide jetzt hat

 

 

 

 

 

 

 

 

wie strahlend die Farben

der ersten Frühjahrsboten

Oh und ausgesät hat Frau Farn inzwischen auch schon etwas. Und zwar jene Pflanzen, die Kälte zum Keimen oder eine lange Voranzuchtphase benötigen. Zwei Chilisorten, Parakresse und Goldlack keimen bereits :)

Mehrmals täglich betrachtet Frau Farn die kleinen Pflänzchen, aufmerksam und liebevoll, schaut, ob sich in den anderen Saatschälchen nicht doch schon was regt, ob die Luftfeuchtigkeit auch nicht zu hoch oder die Sonneneinstrahlung zu stark ist.

Nicht dass das unbedingt nötig wäre. Frau Farn macht das aber äußerst gern.

Sie studiert, sinniert, kontempliert. malt sich das kommende Wachstum aus, wie sich die Pflanze in den Garten einfügt.

Und wie das dann im Sommer aussehen mag?

 

Auch wenn noch ein paar kalte Tagen kommen, für Frau Farn ist der Bann seit den ersten keimenden Aussaaten gebrochen. Jetzt rückt der Frühling mit den sich füllenden Fensterbänken in greifbare Nähe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   erste Pflanzenkinder dieses Jahr:

 

 

               Chili "Lemon Drop"

Und noch was: das Projekt Hühnerstall geht bald in seine aktive Phase über,

es wird konkret. Dazu demächst mehr.

Frau Farn freut sich riesig auf ihre  herzerwärmenden neuen Mitbewohner. 

Und auf alles, was der Frühling mit sich bringt; all das spriessende Leben und satte Grün, all die Düfte und Farben, die die Sinne betören.

Auf mehr Vogelgesang und entzückendes Hummelgebrumm.

Frau Farn fallen noch tausend Details ein, die ihr Herz schneller schlagen lassen. Eine Ode an den Frühling, schmunzelt Frau Farn.

 

 

 

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