strange fruits I : Hörnchenkürbis

Die meisten Leute schmunzeln erstmal, wenn Frau Farn begeistert von ihrem Hörnchenkürbis erzählt. Kein Wunder, hat doch kaum jemand zuvor von diesem exotischen Gemüse je gehört, geschweige denn es probiert.

 

Cyclanthera pedata, so die botanische Bezeichnung, stammt Ursprünglich aus Peru/ Bolivien und wird auch Inkagurke genannt. Dort gehört sie zum Alltagsgemüse und wird in vielerlei Gerichten verwendet.

 

Diverse Berichte proklamieren cholesterinsenkende und weitere gesundheitsförderliche Eigenschaften - inwieweit diese wissenschaftlich belegt sind, kann Frau Farn jedoch erstmal nicht ersehen. Egal, denkt sie sich.

 

Frau Farn kultiviert die einjährige Pflanze aus der Gurkenfamilie jetzt zum zweiten Mal. Im ersten Jahr war es vor allem die enorme Wüchsigkeit dieser aussergewöhnlichen Pflanze, die sie faszinierte. Mit ihren filigranen Rankärmchen erklimmen sie gewaltige Höhen.

Fünf Meter und mehr sind keine Seltenheit!

Ernte

Dank ihrer guten Kältetoleranz wachsen sie außerdem in milden Jahren bis in den November hinein weiter. Und produzieren dabei immer neue Früchte.

 

Diese sollten geerntet werden, wenn sie noch vergleichsweise klein sind.

Der Name "Kürbis" ist hier recht irreleitend, denkt man doch erstmal an die bei uns geläufigen Hokkaidos oder gar HalloweenKürbisse. Mit diesen Dimensionen hält die Inkagurke nicht mit. Sie macht ihre Winzigkeit aber durch ihre enorme Vielzahl locker wieder wett. Denn es kann laufend gepflückt werden.

 

Für den Frischverzehr erntet Frau Farn sie, wenn sie etwa drei cm groß sind. Sie schmecken dann gurkenähnlich und werden auch so verwendet.

 

Etwas größere (bis ca sechs cm) Früchte dünstet Frau Farn in einer Pfanne an.

Letztens gab es Pasta mit Cyclanthere, Zucchini und Knoblauch. Göttlich!

Und ein ganz anderer Geschmack als roh... am ehesten würde Frau Farn ihn als spargelähnlich beschreiben.

 

Lässt man die Früchte noch weiter ausreifen, wird ihre Schale zunehmend stacheliger. Das sieht recht biszarr aus. Kulinarisch sind sie dann leider nicht mehr zu verwerten. Die enthaltenen Kerne werden dunkel und hart, das Fruchtfleisch wattig. Im ersten Jahr hat Frau Farn den Fehler gemacht, zu lange mit der ernte zu warten. So hat sie zumindest eine Menge Saatgut sammeln können.

 

Aus den Kernen lässt sich laut einiger Berichte auch ein Tee zubereiten. Außerdem sollen auch die Blätter essbar sein.

Diese Verwendungsmöglichkeiten hat Frau Farn noch nicht ausprobiert.

Aber vielleicht kann jemand von Euch davon erzählen?

 

 

Anbau

Im Anbau ist der Hörnchenkürbis unkompliziert.

Frau Farn zieht ihn Ende April im Haus vor. Sie steckt dazu je zwei bis drei Samen in einen Topf mit Anzuchterde. Die Keimung erfolgt in der Regel innerhalb weniger Tage. Recht schnell benötigt er dann auch eine Rankhilfe. Frau Farn steckt dazu einige dünne Zweige in die Töpfe und bindet diese Tipi-artig oben zusammen.

 

Mitte Mai werden die Pflanzen dann langsam an die Aussentemperaturen gewöhnt und kommen schließlich endlich in die Erde. Es ist sowohl

Topfkultur als auch Freilandanbau möglich.

Wichtig ist nur ausreichend Platz - vor allem in die Höhe!

An den Boden stellt die Pflanze keine besonderen Ansprüche. Frau Farn hat mehrere Pflanzen an unterschiedlichen Standorten wachsen lassen und alle gedeihen. Die im sonnigen Freiland jedoch üppiger als die im Topf an halbschatttiger Stelle.

 

Wer gar nicht unbedingt auf die Früchte aus ist, aber eine raschwachsende Rankpflanze mit attraktivem Blattwerk sucht, wird hier ebenfalls fündig.

Die unscheinbaren Blüten werden zudem von zahlreichen geflügelten Tierchen besucht.

 

Frau Farn ist begeistert und wird den Hörnchenkürbis auch im nächsten Jahr wieder anpflanzen.

Wen dieser Bericht neugierig gemacht hat, kann sich gerne melden und Saatgut abholen.

Die Samen erinnern Frau Farn ein wenig an Puzzleteile.
Die Samen erinnern Frau Farn ein wenig an Puzzleteile.

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