Spinatalarm!

Es ist ein typischer HochsommerTag im Farnschen Reich.

Wer in den Garten späht, entdeckt Frau Farn vielleicht eben noch zwischen den Stangenbohnen, während sie im nächsten Moment raschelnd in der Kompostecke verschwindet.

 

Früh am Morgen hat Frau Farn eine Liste erstellt, was an diesem Tag alles zu erledigen ist: 

Die Endivien auspflanzen. Pak Choi säen. Abessinischen Kohl nachsäen. Bohnen und Wildspinat ernten und verarbeiten. Die eingeweichten Erbsen in das frei gewordene Speissfass setzen. das Weidentipi zurückschneiden.

 

Vieles gedeiht in diesem Jahr ganz wunderbar. Der Salat war nie besser. Durch satzweisen Anbau (etwa alle 6 Wochen) hat Familie Farn jeden Tag etwas davon auf dem Teller. Auch die Bohnen und verschiedenen Wildspinatarten wachsen äußerst üppig und wollen etwa alle zwei Tage beerntet werden.

 

Das Ernten musste Frau Farn erst üben. Anfangs fand sie es immer zu schade, wollte auf den perfekten Moment warten und verpasste ihn dadurch. Viele Gemüse und Kräuter liefern erst durch kontinuierliches Pflücken einen hohen Ertrag. Bei der Melde und dem Magentaspreen war es höchste Zeit. Wenn die Pflanzen älter werden, gehen sie in Blüte und die einst zarten Blättchen werden zunehmend ledrig. Auch die Bitterstoffe nehmen zu. Essen kann man sie immer noch, aber im Jungstadium schmeckt das Ganze einfach feiner.

 

Sorgfältig zupfen Herr und Frau Farn die vielen Blättchen von den schon sehr hohen Stielen. Sorgfältig vor allem deshalb, weil sie dabei immer wieder auf etwas Neues stossen.

 

 

 

Hier zum Beispiel:

Welches Insekt bitteschön legt denn seine Eier in so einer perfekten Ordnung ab?

Frau Farn staunt immer wieder.

 

 

oder hier:

hat sich ein Grashüpfer dazwischen versteckt. der soll natürlich nicht mit ins Gemüse!

 

 

 

 

 

Nach dem Ernten und Zupfen sind die Fingerkuppen von Frau Farn rosa. Vielleicht kann man daraus eine Farbe gewinnen? Irgendwann will sie das mal versuchen.

Die wunderhübsche Färbung des Magentaspreen geht leider beim Kochen verloren. Deshalb nutzt Frau Farn ihn auch am liebsten roh im Salat.

Nur ein paar Blättchen für s Auge.

Da hier aber durch Selbstaussaat Massen wachsen, wird der Großteil mit anderen Wildspinatarten gemeinsam angedünstet und dann eingefroren.

 

An ihren Tagesplan hält Frau Frau sich seltenst akribisch. Meist kommt ihr doch noch das ein oder andere dazwischen.

 

Da liegen auf dem Hof plötzlich ein Menge runtergefallener Mirabellen, die aufgelesen werden wollen. Da ist eine Tomate, die hochgebunden werden möchte, weil der gestrige Regen sie doch ein wenig hat kippen lassen. da sind die unzähligen Calendula, die von Verwelktem befreit werden wollen, um üppig weiterblühen zu können. Da klopft der Specht irgendwo und Frau Farn macht sich auf die Suche. Da kreuzt ein ihr unbekannter Falter den Weg und Frau Farn folgt ihm.

 

So fließen die Arbeiten ineinander über und für Frau Farn ist all das ein grosser Genuss. Bei jedem Gartenrundgang entdeckt sie etwas Neues. Ein Sattsehen gibt es für Frau Farn nicht. Gerade eben hat sie festgestellt, dass es Nachwuchs im Teich gibt: Molchbabys ♡

Besonders drollig findet Frau Farn die Kiemenbüschel an ihren Köpfen. 

 

Frau Farns Nase schwelgt derweil in den Duftwolken (mehr dazu hier), die das Mädesüss über dem Teich ausbreitet. Eine Welle von Dankbarkeit erfasst sie.

Frau Farn wünscht jedem Menschen einen solchen Ort. Der so mit Positivität aufgeladen ist. Der Ruhe und Kraft schenkt. Einen immer wieder staunen und lächeln lässt. Einen Ort, der einen erdet. Und zum Träumen anregt, Inspirationsquelle ist. 

 

Für Frau Farn jedenfalls gibt es keine schönere Zeit als die im Garten, in der Natur, die sie ein wenig mitgestaltet.

Jetzt hat sie aber genug gedacht. Die Endivien sollten doch noch heute in die Erde!

 

 

 

 

 

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